Dr. med. Michael Germann

Allgemeinmedizin, Akupunktur und Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), Schmerztherapie
65183 Wiesbaden, Taunusstr. 2, Tel. 0611 / 3601460
 

Akupunktur-Information

Vermutlich wird über keine andere Heilmethode so häufig und kontrovers berichtet wie über Akupunktur. Dieses Interesse der Medien stand und steht leider immer noch im Gegensatz zum Ausbildungsstand der Mehrheit der deutschen Ärzte. Sie sind - bedingt durch das deutsche Medizinstudium - in der sanften aber hochwirksamen Akupunktur von der Uni her nicht ausgebildet. Bei den Ärzten, die Akupunktur anwenden, ist der Wissensstand leider oft auch nicht sehr gut (Wochenendkurse). Die Lage bessert sich aber.

Auch ich hatte in meiner universitären Aus- und Weiterbildung damals nichts von Akupunk-tur gehört. Um das zu ändern, verbrachte ich viele mehrwöchige Studienaufenthalte am WHO (Weltgesundheitsorganisation) Collaborating Centre für Traditionelle Medizin in Peking. Mit der offiziellen chinesischen Akupunkturprüfung schloss ich meine Ausbildung in Peking ab.

1999 gründeten einige Kollegen und ich die ATCÄ (Akupunktur- und TCM - Gesellschaft in China weiter-gebildeter Ärzte e.V.). Von Beginn an war ich Vorsitzender und 2000 wurde ich zum Vorstandsmitglied der WFAS (Weltföderation der Akupunktur Gesellschaften in Peking) mit weltweit ca. 110 000 Mitgliedern, gewählt. Dieses Jahr beim Weltkongress der Akupunk-tur in Straßburg, den ich mit französischen und deutschen Kollegen leitete, wurde ich zum Vizepräsidenten der WFAS gewählt. Die WFAS ist - wie z.B. das Rote Kreuz - eine bei der WHO offiziell akkreditierten Organisationen.

Die Therapieerfolge, die ich während meines Akupunkturstudiums in China und anschließend während vieler Jahre sowohl in meiner Praxis in Mainz - Gustavsburg als auch in der
HSK-Wilhelm-Fresenius-Klinik in Wiesbaden beobachten konnte, haben mich darin bestärkt, die richtige Wahl getroffen zu haben.

Akupunktur ist eine in China seit mehreren tausend Jahren ausgeübte Heilmethode, bei der dünne Nadeln in bestimmte Punkte des Körpers gestochen werden. Durch ständiges Versuchen und genaues Beobachten der Reaktionen auf die Nadelstiche, entdeckten die Alten Chinesen schon vor mehr als 2000 Jahren die Akupunkturpunkte und entwickelten das – noch heute im Wesentlichen gültige - System der Punkte und Meridiane. Wohlgemerkt: Schon vor mehr als 2000 Jahren und damals fast ohne Kenntnis der menschlichen Anatomie oder der Funktion des menschlichen Körpers!

Bedingt durch die zunehmende der Verbreitung der Akupunktur - auch im Westen - wird weltweit intensiv geforscht. Einige früher nicht erklärbare Phänomene der Akupunktur konnten mittlerweile naturwissenschaftlich und medizinisch vollständig geklärt werden.

In China gilt Akupunktur als eine der westlichen Medizin völlig gleichberechtigte Behandlungsmethode. Viele chinesische Ärzte lassen ihren Patienten bei Krankheiten, die sich mit Akupunktur behandeln lassen und keiner chirurgischen oder sonstiger eingreifender Therapien bedürfen, die Wahl, ob sie akupunktiert werden oder nach der Schulmedizin behandelt werden möchten. Selbst Operationen werden in China ohne Narkose in Akupunkturanalgesie durchgeführt. Dabei wird der Schmerz allein durch die Akupunkturnadeln ausgeschaltet. Ich war selbst mehrmals bei solchen Operationen dabei.

Die WHO fördert die Akupunktur weltweit und hat eine Liste von Krankheiten heraus-gegeben, bei denen nach heutigem Kenntnisstand die Akupunktur eine gute und gesicherte therapeutische Wirkung haben kann. Das nationale amerikanische Gesundheitsinstitut (NHI - National Health Institute), die höchste Gesundheitsbehörde der USA, hat die Akupunktur 1998 als wirksame Therapie anerkannt. Deutschland hinkte hier lange hinterher. Die Situation hat sich inzwischen aber erfreulich gebessert. Mittlerweile ist die Akupunktur bei den Ärztekammern offiziell in der Weiterbildungsordnung für Ärzte verankert. Dabei waren die die Kollegen von ATCÄ ich und maßgeblich beteiligt.

Die Privatkassen zahlen die Akupunktur zur Therapie von Schmerzen aller Art, vorausgesetzt der Arzt hat die Zusastzausbildung in Akupunktur. Die Zusatzkasse der BKK Aktiv, früher BKK OPEL, übernimmt bei Erkrankungen der WHO- Liste 75% der Akupunkturkosten.